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Notizblog

Gesellschaft: Beiträge zu den Potenzialen neuer Technologien
und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Alltag.

31. August 2026

Der KI-Diskurs der Tech-Größen - Sie warnen und beschleunigen zugleich

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude (Co-Autor)

Kaum eine Woche vergeht ohne eine neue Aussage einer prominenten Tech-Führungskraft zu den Risiken künstlicher Intelligenz, gefolgt, oft im selben Atemzug, von einer neuen Rekord-Investitionsrunde in genau diese Technologie. Dieses Muster begegnet mir auch beruflich…
29. August 2025

Michigan baut Drohnen-Testkorridor: M-Air angekündigt

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die zunehmende Verdichtung von Städten und die wachsende Nachfrage nach schnellen Transportlösungen führen dazu, dass auch der Luftraum stärker in den Fokus rückt. Drohnen und elektrische Luftfahrzeuge gelten als ein möglicher Baustein zukünftiger Mobilität –…
29. August 2025

Bloomberg City Data Alliance wächst weiter – Datenkompetenz als Fundament smarter Städte

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Städte im Wandel: Daten als Grundlage moderner Verwaltung Städte weltweit stehen vor zunehmenden Herausforderungen: wachsende Bevölkerungszahlen, Klimawandel, Ressourcenknappheit und steigende Anforderungen an öffentliche Dienstleistungen. Um diese Aufgaben zu bewältigen, wird die Fähigkeit, Daten systematisch zu…
02. Juni 2025

Arbeitszeitmodelle im Wandel – zwischen Flexibilisierung und Leistungsdruck

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

1. Einleitung: Mehr als nur Stunden – Arbeitszeit im Wandel Hand aufs Herz, kaum etwas beeinflusst unser Leben so direkt wie unsere Arbeitszeit. Es geht nicht nur darum, wie viel Geld am Ende des Monats…
28. Mai 2025

Smart Workplaces in Städten – Wie Digitalisierung weiterhin die Arbeitskultur verändert

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die Digitalisierung hat nicht nur unsere Städte, sondern auch unsere Arbeitskultur grundlegend verändert. Mit dem Aufkommen von Smart Workplaces verschmelzen physische und digitale Arbeitswelten, was neue Herausforderungen und Chancen für Unternehmen und Mitarbeitende mit sich…
28. Mai 2025

Bürgerbeteiligung neu gedacht – Das Projekt un:box cologne

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Warum Bürgerbeteiligung heute neu gedacht werden muss Viele Kommunen in Deutschland kennen die Herausforderung: Bürgerbeteiligung wird oftmals als langwieriger, bürokratischer Prozess empfunden. Dabei ist eine effektive Einbindung der Bürger entscheidend für die Akzeptanz und den…
24. Mai 2025

Homo Creator: Der schöpferische Mensch im Spiegel der Technik – Ein persönlicher Blick

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Einleitung: Technik als Ausdruck unseres Selbst Technik ist mehr als nur ein Werkzeug – sie ist der Spiegel unserer eigenen Kreativität und unseres Verständnisses von der Welt. Als „Homo Creator“ begreifen wir den Menschen als…
17. Mai 2025

Kommunalbefragung 2025 – Ergebnisse und Perspektiven

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Kommunalbefragung 2025 – Ergebnisse und Perspektiven Was deutsche Städte wirklich brauchen – Ergebnisse und Perspektiven der Kommunalbefragung 2025 Bis zum 11. April 2025 hatten deutsche Kommunen die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Wünsche im Rahmen…
13. Mai 2025

„Smart City ist digitale Notwehr“ – Rückblick auf den 6. Kongress der Modellprojekte Smart Cities…

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Warum dieser Kongress zählt Am 6. und 7. Mai 2025 trafen sich gut 200 Vertreter-innen aus über 70 deutschen Kommunen im Munich Urban Colab, um darüber zu diskutieren, wie sich die Ergebnisse des Bundes-Förderprogramms „Modellprojekte…
21. Dezember 2024

Smart Cities und Stadtentwicklung: Potenziale von Datahubs und Connected Urban Twins

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die bisherigen Beiträge haben die Grundlagen der Stadtentwicklung sowie die Rolle von Smart Cities im digitalen Zeitalter beleuchtet. Aufbauend auf diesen Konzepten widmen wir uns nun den technischen und strukturellen Elementen, die als Kern der…
21. Dezember 2024

Smart Cities und Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Im vorherigen Beitrag haben wir die Grundlagen moderner Stadtentwicklung beleuchtet und dabei die Bedeutung der integrierten Stadtentwicklung hervorgehoben. Nun richten wir den Fokus das Konzept Smart Cities und den Einfluss auf Stadtentwicklung. Wie können digitale…
21. Dezember 2024

Stadtentwicklung: zentraler Bestandteil der Gesellschaft im Wandel

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Stadtentwicklung ist ein zentraler Bestandteil moderner Gesellschaften und entscheidend für die Lebensqualität der Bewohner. Sie umfasst die Planung, Gestaltung und Transformation urbaner Räume, um auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen zu reagieren. Dieser Artikel bietet…
17. Dezember 2024

Smart Cities und Smart Regions: wie Kommunen die digitale Zukunft gestalten

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die digitale Transformation als Chance für Städte und Regionen Die digitale Revolution verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Strukturen unserer Städte und Regionen. Smart Cities sind hier das Schlagwort: Kommunen nutzen digitale Technologien,…
23. November 2024

Google Notebook: KI generierter Podcast

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Das Beste, was ich aus den letzten Jahren meiner beruflichen Entwicklung mitgenommen habe, ist ein gewachsenes Netzwerk aus spannenden und interessanten Kontakten sowie Freundschaften. Viele eint dabei das Thema Digitalisierung und Smart Cities auf verschiedenen…
19. Juli 2024

Smart City Entwicklung in Deutschland – Ein Überblick (Bitkom Smart City Index 2024)

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

In Deutschland arbeiten viele Städte daran, durch Digitalisierung und neue Technologien lebenswerter und nachhaltiger zu werden. Die sogenannte "Smart City" zielt darauf ab, durch intelligente Technologien städtische Infrastrukturen zu modernisieren und das Leben der Bürger…
21. Juni 2024

GreenIT-Strategie Schleswig-Holsteins: Nachhaltige Digitalisierung für die Zukunft

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens – von der Art, wie wir arbeiten, bis hin zur Art, wie wir kommunizieren. Mit dieser Entwicklung gehen jedoch auch steigende Umweltbelastungen durch CO₂-Emissionen und hohen Energieverbrauch einher.…
26. November 2023

IoT: Strategien, Usecases und Netzwerk in Schleswig-Holstein

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Seit sieben Jahren beschäftige ich mich in verschiedenen Funktionen im beruflichen Umfeld mit der Thematik Smart City und Smart Region. Angefangen bei der Bereitstellung von entsprechenden Produkten und Infrastruktur im Bereich IT-Services. Ebenso durch die…
23. Juli 2023

Buchempfehlung für die Sommerpause - #LinkedInNewsDACH

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

In der Sommerpause kann man auf LinkedIn persönliche Buchempfehlungen mit seinem Netzwerk teilen. Unter dem Hashtag #LinkedInNewsDACH wurde ich von Ben Hartlmaier nach meinem Tipp zum Thema "Tech und Digitalisierung" gefragt. Mein Buchtipp zum Thema…
06. Mai 2023

Wie wir in einer Smart City in Zukunft zusammen leben werden

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

In den letzten Jahren hat sich die Urbanisierung auf der ganzen Welt beschleunigt. Immer mehr Menschen ziehen in Städte, und es wird erwartet, dass im Jahr 2050 rund 68% der Weltbevölkerung in Städten leben werden.…

Kaum eine Woche vergeht ohne eine neue Aussage einer prominenten Tech-Führungskraft zu den Risiken künstlicher Intelligenz, gefolgt, oft im selben Atemzug, von einer neuen Rekord-Investitionsrunde in genau diese Technologie. Dieses Muster begegnet mir auch beruflich immer wieder, wenn ich Diskursbeiträge zur Einordnung heranziehe: Wer warnt, und wer handelt trotzdem unverändert weiter? Um das systematischer zu greifen, habe ich die öffentlichen KI-Positionen von sieben zentralen Figuren (Sam Altman, Mark Zuckerberg, Elon Musk, Dario Amodei, Geoffrey Hinton und Bill Gates, mit Jensen Huang als Gegenstimme) über die letzten zehn Jahre chronologisch nachgezeichnet und verglichen.

Warum sich der Vergleich lohnt

Einzelne Zitate von CEOs sind schnell eingeordnet: mal alarmierend, mal beschwichtigend, meist im Kontext einer Produktankündigung oder Anhörung. Erst im Zeitverlauf und im Vergleich mehrerer Personen wird sichtbar, ob eine Position aus Überzeugung oder aus Marktposition entsteht — und ob sich beides überhaupt sauber trennen lässt. Genau diese Systematik fehlt in den meisten Einzel-Artikeln zum Thema, weshalb sich eine chronologische Gegenüberstellung anbietet.

„Gestapeltes Balkendiagramm, das für jede der sieben Personen zeigt, wie sich ihre öffentlichen Aussagen auf die Kategorien Gefahr, Wertschöpfung, Regulierung, Governance und Wirtschaft/Strategie verteilen“

Sieben Stimmen, sieben Verläufe

Sam Altman — vom Existenzrisiko zum technologischen Triumphalismus

Bei seiner ersten Senatsanhörung im Mai 2023 bezeichnete Altman den KI-Boom als möglichen „printing press moment“ und schlug eine Lizenzpflicht für besonders leistungsfähige Systeme vor: Regulierung, aktiv eingefordert von einem damaligen Herausforderer. Zwei Jahre später, in seinem Essay „The Gentle Singularity“ (Juni 2025), erklärt er, die Menschheit habe den „Event Horizon“ bereits überschritten. Bei seiner zweiten Senatsanhörung im Mai 2025 warnt derselbe Altman nun explizit vor Regulierung, die die USA im Wettlauf mit China „ausbremsen“ könnte — und räumt gegenüber The Verge im selben Sommer ein, Investoren seien insgesamt „overexcited“. Dabei verläuft die Kurve kaum linear von Optimismus zu Pessimismus: Sie verschiebt sich vielmehr von einer philosophisch-existenziellen zu einer geopolitisch-ökonomischen Rahmung, bei nahezu perfekter Korrelation zu OpenAIs jeweiliger Marktposition.

Mark Zuckerberg — konstanter Optimismus, spät und punktuell gebrochen

2017 nannte Zuckerberg in einem beiläufigen Facebook-Live-Stream KI-Doomsday-Warner „ziemlich unverantwortlich“ — woraufhin Elon Musk auf Twitter konterte, Zuckerbergs Verständnis der Materie sei „begrenzt“. Acht Jahre später, in seinem Brief „Personal Superintelligence“ (Juli 2025), räumt Zuckerberg erstmals ein, man müsse „vorsichtig sein, was wir open-sourcen“: ein direkter Bruch mit seiner eigenen, zuvor als Kernprinzip verkauften Offenheits-Philosophie. Bemerkenswert bleibt: Anders als Altman äußert Zuckerberg nie öffentliche Zweifel an der eigenen Investitionslogik. Ununterbrochen eskalierte dagegen das Capex-Budget: von 28 Mrd. USD (2023) über 70–72 Mrd. USD (2025) auf bis zu 135 Mrd. USD (2026), trotz teils negativer Marktreaktionen.

Elon Musk — Warner, Beschleuniger und Aussteiger zugleich

Bereits 2014, lange vor ChatGPT, warnte Musk auf einem MIT-Symposium, KI-Entwicklung gleiche der „Beschwörung eines Dämons“ — ein Jahr später gehörte er zu den Initiatoren von OpenAI. 2018 verließ er dessen Board wieder, offiziell wegen eines Interessenkonflikts mit Teslas autonomer Fahrtechnik. Diese Begründung relativierte er später selbst und sprach stattdessen von Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens — ein erster dokumentierter Ausstieg, dem 2023 ein zweiter, öffentlichkeitswirksamerer folgte: Musk unterzeichnete den vom Future of Life Institute veröffentlichten „Pause Giant AI Experiments“-Brief, der eine sechsmonatige Trainingspause für Systeme jenseits von GPT-4 forderte. Vier Monate später gründete er mit xAI sein eigenes KI-Unternehmen. Musk selbst benannte diesen Widerspruch später offen: Er habe unterschrieben, „wohl wissend, dass es zwecklos war“. 2025 folgte der bislang deutlichste Ausdruck seiner Rivalität mit Altman — ein Übernahmeangebot für OpenAI über 97,4 Mrd. USD, an die Bedingung geknüpft, die For-Profit-Umwandlung rückgängig zu machen — vom OpenAI-Board einstimmig abgelehnt. Damit wiederholt sich das Muster auf zwei Ebenen: Musk steigt aus Initiativen aus, sobald sich die strategische Richtung von seiner eigenen unterscheidet, verliert dabei aber nie das Interesse an der Sache selbst, wie die spätere xAI-Gründung und der OpenAI-Übernahmeversuch zeigen. Von den sieben untersuchten Personen ist er zugleich die konstanteste Warner-Stimme und derjenige mit der größten dokumentierten Diskrepanz zwischen Rhetorik und Handeln.

Dario Amodei — zwischen Kassandra und CEO (mit Jensen Huang als Gegenstimme)

In seinem Essay „Machines of Loving Grace“ (Oktober 2024) entwirft Amodei ein optimistisches Bild von KI-getriebenem medizinischem und wirtschaftlichem Fortschritt. Nur sieben Monate später warnt er gegenüber Axios, KI könne binnen fünf Jahren die Hälfte aller Einstiegsjobs im Bürobereich vernichten und die Arbeitslosigkeit auf 10–20 % treiben — konkreter und überprüfbarer formuliert als vergleichbare Aussagen der anderen Akteure. Nvidia-CEO Jensen Huang widersprach ihm im Juni 2025 in Paris scharf: Amodei male KI als gefährlich, wolle aber offenbar exklusiv selbst derjenige sein, der sie entwickle — ein Vorwurf, der dem Muster von Musks Pause-Brief-Widerspruch strukturell ähnelt, hier aber erstmals direkt von einem konkurrierenden CEO öffentlich benannt wurde. Im Dezember 2025 räumte Amodei beim DealBook Summit ein, man bewege sich in einem „cone of uncertainty“ bei den Infrastruktur-Investitionen der Branche, manche Wettbewerber würden dabei „YOLOing“ betreiben.

Geoffrey Hinton — die Stimme ohne Geschäftsinteresse

Hintons Rücktritt bei Google im Mai 2023 unterscheidet sich strukturell von allen anderen hier untersuchten Personen: Um frei über KI-Risiken sprechen zu können, kündigte er explizit; zugleich betonte er, Google habe sich „sehr verantwortungsvoll“ verhalten. Nach seiner Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis 2024 nutzte er die neue Plattform, um erneut vor Kontrollverlust zu warnen. Auf der Ai4-Konferenz in Las Vegas (August 2025) schlug er vor, KI mit einem „mütterlichen Instinkt“ auszustatten, abgeleitet aus der Beobachtung, dass die Mutter-Kind-Beziehung der einzige verbreitete Fall sei, in dem ein weniger mächtiges Wesen von einem deutlich mächtigeren dauerhaft geschützt statt dominiert wird. Hinton hat als einzige der sieben Personen kein laufendes kommerzielles Eigeninteresse an fortgesetzter KI-Entwicklung. Zugleich bleibt er die konstanteste Warner-Stimme im gesamten Vergleich.

Bill Gates — der 2026er Bruch

Über Jahre vertrat Gates eine vergleichsweise entspannte Linie: KI-bedingter Arbeitsmarktwandel sei „holprig, aber bewältigbar“. Am 25. August 2026 vollzog er mit dem Essay „The Turbulent AI Era Is Here“ einen der abruptesten Kurswechsel im gesamten Sample: KI werde „deutlich weniger“ Arbeitsplätze übriglassen als heute, bestimmte Tätigkeiten müssten bewusst „menschenreserviert“ bleiben. Im begleitenden Semafor-Interview erklärte er wörtlich: „This is crazy, this is insane“ — und zeigte sich „betäubt von der Stille“ anderer, obwohl Ökonomen und Teile der Industrie ähnliche Warnungen bereits seit Jahren geäußert hätten. Anders als Altman, Zuckerberg oder Huang, deren Positionswechsel meist stillschweigend erfolgten, benennt Gates seine eigene Wende explizit selbst — der bislang transparenteste Fall einer öffentlich eingestandenen Positionsrevision im Vergleich.

Streudiagramm mit Start- und Endpunkt je Person: kommerzielle Nähe zum eigenen KI-Produkt auf der X-Achse gegen Intensität der Gefahren-Rhetorik auf der Y-Achse, verbunden durch eine gestrichelte Entwicklungslinie vom frühesten zum jüngsten dokumentierten Statement

Muster statt Einzelfälle

Im Einzelvergleich wiederholt sich eine Struktur, die sich meiner Einschätzung nach eher aus der Position der jeweiligen Person zum eigenen Produkt erklärt als aus sieben unabhängigen Persönlichkeiten:

  • Regulierungsposition folgt Marktmacht, nicht Prinzip. Altmans Wandel vom Regulierungsbefürworter (2023, als Herausforderer) zum -skeptiker (2025, als Marktführer) korreliert exakt mit OpenAIs Wettbewerbsposition, ein Zusammenhang, den auch mehrere der oben verlinkten Quellen unabhängig benennen.
  • Warnung und Beschleunigung koexistieren strategisch, nicht widersprüchlich. Musks Pause-Brief und die xAI-Gründung vier Monate später, Zuckerbergs ununterbrochene Capex-Eskalation trotz eigener Sicherheitsvorbehalte: Gefahren-Rhetorik dient in beiden Fällen weniger als Bremse denn als Ernsthaftigkeits- und Autoritätssignal, das die eigene Beschleunigung rahmt.
  • Hinton als Kontrollgruppe, Amodei als Zwischenfall. Die einzige Person im Sample ohne kommerzielles Eigeninteresse liefert zugleich die konstanteste, am wenigsten relativierte Warnung, ein Hinweis darauf, dass sich Risikorhetorik und Geschäftsinteresse tatsächlich strukturell beeinflussen, nicht nur zufällig zusammenfallen. Amodei schärft das Muster dabei eher, als er es widerlegt: Als CEO eines kommerziell hoch erfolgreichen Unternehmens liefert er zugleich die konkreteste, am präzisesten quantifizierte Warnung im Sample. Zugleich benennt er die daraus entstehende Spannung selbst so offen wie sonst nur Musk und Gates.
Diagramm, das für jede Person die Diskrepanz zwischen öffentlich geäußertem Risikobewusstsein und tatsächlichem Investitionsverhalten visualisiert
Liniendiagramm, das die Regulierungsposition jeder Person von befürwortend zu skeptisch (oder umgekehrt) über die Jahre nachzeichnet

Fazit

Über sieben Personen und ein Jahrzehnt hinweg zeigt sich kein Muster von „Optimisten“ gegen „Pessimisten“, sondern eine strukturelle Verschiebung der Referenzrahmen, innerhalb derer über KI gesprochen wird — passend zur jeweiligen Marktposition der sprechenden Person. Für die eigene Einordnung solcher Aussagen heißt das: Gefahren-Rhetorik aus der Branche selbst taugt selten als eigenständiges Warnsignal, sie ist meist Teil der Kommunikationsstrategie desselben Akteurs, der gleichzeitig beschleunigt. Verlässlicher wirken in diesem Vergleich die Stimmen mit der geringsten kommerziellen Bindung an das eigene Produkt — bei Hinton am deutlichsten sichtbar, aber auch bei Gates, der als wirtschaftlich indirekt Verflochtener ohne eigenes KI-Produkt seine Wende explizit selbst benannte, statt sie stillschweigend zu vollziehen.

Liniendiagramm mit dem Verlauf jeder Person über mehrere Jahre statt nur Start- und Endposition, zur Veranschaulichung der Bewegungsmuster

Ausblick

Die beiden ergänzenden HTML-Diagramm-Artefakte im Vault liefern weitere Perspektiven auf denselben Datensatz: darunter ein Beziehungsnetz der öffentlich ausgetragenen Konflikte und Allianzen zwischen den sieben Personen sowie ein Vergleich der Ausgangs- und aktuellen Positionierung. Wer sich für die Frage interessiert, wie sich dieselbe Warn-und-Beschleunigen-Dynamik auch außerhalb der großen KI-Labore zeigt (etwa im Diskurs um Verwaltungsdigitalisierung, wo ähnliche Muster zwischen Datenschutz-Rhetorik und Umsetzungstempo auftreten), für den folgt dazu an anderer Stelle mehr.

Netzwerkdiagramm, das öffentlich dokumentierte Konflikte (z. B. Musk–Altman, Musk–Zuckerberg, Huang–Amodei) und Allianzen zwischen den sieben Personen zeigt